Leserbrief von Anke von der Ah [ungekürzte Fassung]
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“Hannovers CDU kämpft für die Gesamtschule” in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 25. April 2009
Die CDU-Landesregierung sitzt schulpolitisch auf dem hohen Niedersachsenross und Proteste aus der eigenen Partei mit Gelassenheit aus. Dass inzwischen tausende Menschen gegen die Strukturzerschlagung der IGS demonstrieren, wird als „völlig normaler Vorgang“ eingestuft und banalisiert.
Es gibt weder pädagogische noch bildungstheoretisch fundierte Argumente für die Einführung des Turbo-Abiturs an der IGS. Wenn es überhaupt Gründe dafür gibt, die laut Herrn Althusmann irgendwann „noch deutlicher als bisher“ verständlich gemacht werden sollen, bezweifele ich, dass sie tatsächlich „gut“ sind. Eher liegt die Vermutung nahe, dass hier Landes-CDU-Vertreter den Wert integrativer Arbeit an Schulen nicht begriffen haben und sich einer Schulform entledigen wollen, die nicht in ihr Denkschema passt.
Warum beeilt sich die Landesregierung verdächtig schnell, ihre Pläne an massiven Protesten vorbei in die Tat umzusetzen, wenn sie angeblich den Dialog mit Eltern ernsthaft führen will? Und warum werden nicht zunächst die von Eltern, Lehrerkollegien und Schulleitungen geforderten Qualitätsverbesserungen an den Gymnasien in Angriff genommen? Dort fehlt immer noch ein überzeugendes Konzept zur Gestaltung der Unterrichtspläne bis zum Abitur nach 12 Schuljahren.
Der Eindruck, dass hier sowohl Arroganz als auch Ignoranz schulpolitisches Handeln der Landesregierung bestimmen, verstärkt sich täglich!