Auch Glocksee-Schule Döhren mit bunten Bannern, Schülerbotschaften und Resolution gegen Einführung des Turbo–Abi an Gesamtschulen!
Für eine vielfältige Bildungslandschaft und für gleiche Chancen für alle Kinder!
Was war heute los?
Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer der Glockseeschule in Döhren positionieren sich klar gegen die Einführung des Turbo-Abi, also die Verkürzung auf 12 Schuljahre bis zum Abitur. Am Mittwoch wurden große Banner („Kein Turbo-Abi an IGS“, „13 Jahre Zeit für Bildung“) an der Schule in Hannover Döhren aufgezogen. Die Botschaften sind mit vielen Kinderhandabdrücken erstellt. Sie soll deutlich machen, wofür oder besser wogegen man dort steht.
Die von den Kindern selbst gestalteten Karten sagen Einiges aus. Beispielhafte Texte: „Ihr hattet Eure Zeit – wo ist meine?“, „CDU-buuuuh!“, „Wie bitte soll man in 12 Jahren genauso schlau werden wie in 13?“. Die Karten wurden im Stadtteil verteilt, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
„Bisher habe sich noch keine Landesregierung – auch keine CDU-geführte – solch einen Vorschlag geleistet“, meint Ulla Behrens, Vorsitzende des Elternrates.
Die Verkürzung der Schulzeit sei ein klarer Angriff auf die guten sozialintegrativen Leistungen der Integrierten Gesamtschulen und damit auch der Glocksee-Schule, die seit 1973 existiert und deren Schülerinnen und Schüler nach der Abschlussklasse 10 überwiegend die Integrierten Gesamtschulen besuchen um dort ihr Abitur zu erwerben. Erfreulich sei es, „dass auch CDU-Mitglieder jetzt ihren Unmut gegen diese Fehlplanungen offen Luft machen. Aber es müsse sich erst zeigen, ob die Landtagsfraktion auf ihre Basis höre.“
Wer steht noch dahinter?
Unterstützt werden die Inhalte der Resolution von namhaften Hochschulprofessoren, wie
Prof. Dr. phil., Dr. h.c.Thomas Ziehe (Leibniz Uni Hannover),
Prof. Dr. phil. Detlef Horster (Leibniz Uni Hannover),
Prof. em. Dr. Oskar Negt (Leibniz Uni Hannover, „Gründungsvater“ der Glocksee-Schule),
Prof. Dr.theol., Dr.rer.soc. Albert Ilien, Dipl.-Theol. (Leibniz Uni Hannover) und auch Prof. Dr. Rolf Wernstedt (ehem. Kultusminister und Landtagspräsident).
Weitere Unterstützer sind gern gesehen, siehe www.glockseeschule.de/blog.
Wir haben noch Hoffung, dass parteipolitisches Kalkül zugunsten der Zukunft aufgegeben wird!
„Wir können nicht glauben, dass per Schnelldurchlauf im Landtag solch eine Veränderung ohne bildungspolitische Diskussion und Anhörung von Verbänden durchgepeitscht werden soll“, meint eine Mutter. Sie hoffe, dass sich die Abgeordneten von CDU und FDP doch noch eines Besseren besinnen und dieses Thema nicht einbringen, geschweige denn beschließen. Es sei auch bis Februar nicht thematisiert gewesen die Schulzeit zu verkürzen. Entweder der Vorschlag komme aus dem Finanzministerium und es geht nur ums Sparen zu Lasten der Kinder und der Bildung oder die Vorschläge kommen von denen, die noch nie eine IGS von innen gesehen haben. Es handelt sich ganz schlicht nur um rückwärtsgewandte Politik, die nur ideologisch geleitet sein kann.
Hintergrund: IGS als Alternative
Die guten Erfahrungen geben den IGSen Recht. Argumente wie eine landesseitig vorgeschobene Stellung der Gesamtschulen im Wettbewerb können nicht bestehen. Da hilft auch ständige Wiederholung nichts! Es geht nicht um Wettbewerb, es geht um Kinder und Jugendliche, unser wichtigstes Gut, gleiche Chancen für alle, auch für die aus sog. bildungsfernen Schichten, eben die Zukunft unserer Gesellschaft! Klarer Elternwille ist es, Alternativen zum gegliederten Schulsystem für Kinder zu haben. Dieser Wunsch wird schlicht negiert.
Integrative Schulen sind in Europa Standard – nur eben in Deutschland (und Österreich) nicht. Deshalb geht auch das Argument, dass man etwas „angleichen“ wolle, völlig fehl. Denn: Die Trennung von Kindern im Alter von 10 Jahren ist europaweit einmalig.
Mehr Hintergrund: Glockseegeschichte
Die Glocksee-Schule selbst ist 1973 als Schulversuch gestartet und zwischenzeitlich aus der Schullandschaft nicht mehr wegzudenken. Stark gemacht für die Schule, insbesondere als es um die Erweiterung bis Klasse 10 ging, haben sich u. a. Ernst Gottfried Mahrenholz, Herbert Schmalstieg und Peter von Oertzen.
Werner Remmers (Kultusminister a. D., CDU) hatte zu Beginn der 80er die Abtrennung der Jahrgänge 5 und 6 verfügt. Nachdem er aber die Schule besucht hatte, schlug er selbst die Erweiterung auf die Klassen 7 bis 10 und damit eine kleine, einzügige Gesamtschule vor. Er hatte sich nach einem intensiven Gespräch in der Schule überzeugt gezeigt. „Auf diese Einsicht der Landesregierung setze ich noch Hoffnung zur Rettung der IGSen“, sagt Dieter Hermann Schulleiter der Glockseeschule.
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Ansprechpartnerin / weitergehende Informationen:
Ulla Behrens, Vorsitzende des Elternrates der Glocksee-Schule, 0171 26 83 306
Inhalte, Resolution und Pressefotos auf www.glockseeschule.de/blog
Pädagogisches Konzept auf www.glockseeschule.de
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